Nachhaltige Mode

Nachhaltig angezogen: Ethical Fashion, Eco Fashion, Fair Fashion

fair fashion

Wir finden Fair Fashion gehört zu einem nachhaltigen Lebensstil ebenso dazu, wie Lebensmittel aus ökologischem Anbau zu konsumieren, so wenig wie möglich zu fliegen (weniger als einmal pro Jahr) und so wenig Müll wie möglich zu produzieren.

Wenn man Zuschauer hat, ist es manchmal einfacher, einen Vorsatz umzusetzen, weil man es auf einmal nicht mehr nur für sich selbst tut.

Fast 2 Jahre ist es nun her, dass wir uns zusammengesetzt und „Der Veg ist das Ziel“ gegründet haben. Damals war die Hauptidee, dass der Blog uns dabei helfen sollte, unserem Entschluss treu zu bleiben: Keine Tiere und auch immer weniger tierische Produkte konsumieren. Wenn man Zuschauer hat, ist es manchmal einfacher, einen Vorsatz umzusetzen, weil man es auf einmal nicht mehr nur für sich selbst tut.

Insofern habt ihr uns auf unserem Veg sehr unterstützt, so wie auch wir hoffen, euch mit unseren Rezepten ein wenig Unterstützung oder doch zumindest Inspiration gegeben zu haben. Vielen Dank dafür.

Die zweite Funktion unseres Blogs besteht darin, uns ein Sprachrohr zu geben, um die Aspekte der Nachhaltigkeit zu beleuchten und niederzuschreiben, die uns begegnen. So schrieben wir über nachhaltige Banken und Stromanbieter, über nachhaltige Messen und Festivals, lokale Bioläden und über weniger Plastikkonsum (Gastbeitrag von Jenni von Mehr als Grünzeug).

Und auch nachhaltige, faire Mode fand schon häufiger unsere Aufmerksamkeit (z.B. hier hier oder hier.) Jedoch ist uns dieses Thema so wichtig, dass wir ab sofort regelmäßig darüber schreiben möchten. Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

Was ist nachhaltige Mode?

fair fashion

Nachhaltige Mode hat viele Namen: Eco Fashion, Fair Fashion, Ethical Fashion, Faire Mode und vieles mehr. Die einzelnen Ausprägungen unterscheiden sich durch ihren jeweiligen Schwerpunkt, durch Feinheiten oder sind ein Zusammenschluss aus mehreren Ausprägungen. Wir persönlich verstehen unter nachhaltiger Mode Kleidung, aber auch Accessoires, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Fair bedeutet, dass die Arbeiter*innen angemessen (existenzsichernd) entlohnt werden, dass keine Kinderarbeit toleriert wird und dass die Arbeiter*innen keinen besonderen gesundheitlichen Risiken wie toxischen Färbemitteln ausgesetzt werden. Für uns geht nachhaltige Mode auch mit Stoffen aus biologischem Anbau einher, da damit eine langfristige Bodenfruchtbarkeit gewährleistet werden kann. Auch legen wir Wert auf eine CO2-arme oder sogar CO2-neutrale Produktion. Am besten sind die Kleidungsstücke vegan und/oder aus recycelten Materialien hergestellt.

Wir benutzen Fair Fashion synonym zu Eco Fashion und Ethical Fashion, etc. auch wenn sich hier die Geister scheiden und richtige Fashionistas nun mit den Augen rollen mögen! 😉 Um es etwas transparenter zu gestalten haben wir ein paar Definitionen  herausgesucht:

Das Lexikon der Nachhaltigkeit definiert Fair Fashion wiefolgt:

„Wie der Name „Faire Mode“ oder zu englisch „Fair Fashion“ bereits vermuten lässt, wird Faire Mode nach fairen und ökologisch korrekten Produktionsbedingungen hergestellt. Das Angebot für faire Mode ist heutzutage enorm – sowohl in Geschäften als auch online – und deckt insbesondere typische Freizeitmode ab. Demzufolge befindet sich darunter alles – von T-Shirts über Sweatshirts, Kapuzenpullover, Trainingshosen, Leggings sogar bis hin zu einfachen Laufschuhen.“

Es beschreibt überdies die Begriffe „Grüne Mode“ , „Green Fashion“ oder „Öko-Mode“ wie folgt:

Die Begriffe „Grüne Mode“ , „Green Fashion“ oder „Öko-Mode“ stehen nicht nur für die Verwendung von nachhaltigen Stoffen und fairen Produktionsbedingungen, sondern auch für einen „Grünen Lifestyle“.

Wikipedia (ups) definiert Ethical Fashion wie folgt:

Ethical Fashion ist eine Begriffsneuschöpfung, die ein Konzept ethisch und ökologisch korrekter industrieller Kleidungsfertigung bezeichnet. Ähnlich wie social fashion, eco fashion oder Öko-Mode versucht ethical fashion eine Symbiose von Mode mit humaner Fertigung und Umweltverträglichkeit.

Wie man sieht gibt es einige Übereinstimmungen und meist Feinheiten, die zu einer Unterscheidung führen. Wir benutzen an dieser Stelle weiterhin den Begriff „Fair Fashion“ (oder deutsch „Faire Mode“) als Überbegriff für faire, nachhaltige, grüne, biologische Mode.

Warum ist nachhaltige Mode wichtig?

Dass sich niemand aussuchen kann, wo und unter welchen Umständen er auf die Welt kommt, sollte für die meisten Menschen Grund genug sein, sich die gleichen Rechte, Möglichkeiten und Lebensqualität für alle zu wünschen. Denn was ist fair daran, dass das zum dritten mal kaputt gegangene Smartphone das größte Problem eines 12-jährigen Jungen aus Deutschland ist, während ein 12-jähriges Mädchen aus Bangladesh die Sorge hat, dass sie heute nicht genug Geld verdient hat, um sich und ihre Geschwister zu ernähren. Das ist natürlich ein extremes Beispiel, aber es veranschaulicht die extrem unterschiedlichen Schicksale, die sich aus etwas so banalem wie dem Geburtsort ergeben können.

fair fashion

Die Gründe für eine Entscheidung für Faire Mode sind zahlreich und häufig nicht ganz einfach erklärt, wir möchten aber trotzdem den Versuch wagen, euch 5 Punkte mit an die Hand zu geben:

  1. Bei einem fairen Modelabel bezahlst du mehr für deine Kleidung – nicht, damit das Label oder der Shop mehr daran verdient, sondern damit die Arbeiter*innen in der Produktionsstätte fair für ihre Arbeit entlohnt werden.
  2. Nicht nur um die faire Bezahlung geht es bei der Entscheidung für Fair Fashion, auch um Sicherheit am Arbeitsplatz, ein regelmäßiges Einkommen und Kinderbetreuung der Arbeiter*innen sind wichtige Aspekte, um die sich nachhaltige Labels bemühen und die in der Fast Fashion Industrie vergeblich gesucht werden.
  3. Dank fairer Mode gelangen automatisch weniger Giftstoffe in unsere Umwelt, da meist zertifizierte Ökomaterialien eingesetzt werden. Nachhaltige Mode ist also auch immer eine Entscheidung für den Umweltschutz.
  4. Ist ein Kleidungsstück – oder welcher Gegenstand auch immer – teurer in der Beschaffung, gehst du naturgemäß vorsichtiger mit ihm um. Du bist mit deinem Smartphone sicherlich auch vorsichtiger als mit deiner Mütze, und lässt das eine weit weniger wahrscheinlich aus versehen in der U-Bahn liegen als das andere. So wertschätzt du ein fair produziertes und bezahltes Kleidungsstück auch besser und kaufst nicht mehr so häufig Neues ein, wenn du etwas mehr für ein Teil ausgibst.
  5. Mit Fair Fashion setzt du ein Zeichen in deiner Umgebung. Wenn du nach deinem tollen Pulli oder deiner schönen Hose gefragt wirst, dann kannst du einfach kurz erzählen, was es damit auf sich hat. Wer weiß, wem du damit den richtigen Denkanstoß gibst.

Infos zum Thema Fair Fashion

Spätestens seitdem im April 2013 der Rana Plaza-Komplex eingestürzt ist, eine Fertigungsfabrik für Kleidung in Bangladesh, wird das Thema Fair Fashion häufiger betrachtet und gewinnt immer mehr an Wichtigkeit.

Anlässlich des furchtbaren Unglücks wurde der Fashion Revolution Day gegründet, aus dem später sogar die Fashion Revolution Week resultierte. Innerhalb einer Woche im April wird hier Global auf das Thema Fair Fashion aufmerksam gemacht. Immer mehr Menschen stellen dazu ihren Kleidungsherstellern und -händlern die Frage „Who made my clothes?“. Immer mehr Menschen wenden sich von Fast Fashion Unternehmen wie Primark, H&M und Co. ab und erkennen, dass es sinnvoller ist, auf langlebige Kleidung in guter Qualität zu setzen. Auch werden große Kleidungshersteller immer häufiger in die Kritik genommen und unter Druck gesetzt, die Arbeitsbedingungen der Näher*innen zu verbessern und den Einsatz von giftigen Chemikalien, die sie für die Produktion einsetzen, einzudämmen.

fair fashion

Einige unserer Bloggerkolleg*innen haben schon sehr tolle Beiträge zu diesem Thema verfasst, und wenn wir sie doch nicht alle erwähnen können (obwohl gerne wollen), bekommt ihr hier eine kleine Auswahl:

Serintogo

Serintogo berichtet eindrucksvoll, wie sich ihre Einstellung gewandelt hat und was die Auslöser dafür waren – sehr mitreißend geschrieben.

Mehr als Grünzeug

Jenni von Mehr als Grünzeug beleuchtet, weshalb wir uns gerne von günstiger Kleidung und billiger Ware einlullen lassen und wie wir dieses Verhalten ändern können.

Umweltgedanken

Bei Umweltgedanken hat Anja einen ausführlichen Bericht über Baumwolle und ihre Bedeutung in unserer Gesellschaft und der Umwelt verfasst.

minimal vegan

Alina beschreibt auf ihrem Blog minimal vegan, wie sie Fast Fashion hinter sich ließ und warum.

miss interpreted

Bei miss interpreted bekommt ihr einen Guide, wie ihr am besten mit fairer und nachhaltiger Mode anfangt. Ausmisten, Listen machen, verstehen was wirklich nötig ist. Das alles gibt es im kostenlosen E-Book: The Alt. Fashion Guide.

Peppermynta

Es haben sich einige Siegel etabliert, die faire und nachhaltige Mode auszeichnen. Dazu gehören z.B. das mittlerweile sehr bekannte GOTS-Siegel oder die Fair Wear Foundation. Bei Peppermynta findest du einen ausführlichen Siegel-Guide.

Kissen und Karma

Wie ein Krimi liest sich Corinnas Artikel „Der Preis von billiger Kleidung – Ein Insiderbericht.“ Der Artikel ist sehr gut und deckt Fakten auf, von denen man nicht mal eine leiseste Idee hat, wenn man sich schon ein bisschen mit dem Thema auseinander gesetzt hat.

Wardrobe Revolution

Der Wardrobe Revolution Guide wurde von einer Gruppe Blogger*innen aus dem Fair Fashion Bereich zusammengestellt und bietet zahlreiche Infos, um den eigenen Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten. Das E-Book kann kostenlos heruntergeladen werden.

Wir hoffen, wir konnten euch damit einen kleinen aber feinen Einstieg in die Welt von fairer und nachhaltiger Mode bieten. In den nächsten Tagen verraten wir euch, was wir drunter tragen und warum nachhaltige Unterwäsche wichtig für uns ist.

5 comments on “Nachhaltig angezogen: Ethical Fashion, Eco Fashion, Fair FashionAdd yours →

  1. Ein toller Beitrag mit wichtigen Hintergrundinfos! Das sind genau die Gründe, aus denen ich keine Fast Fashion mehr kaufen will! Wirklich top!
    Danke für die Verlinkung 🙂
    Liebste Grüße, Alina

  2. Liebe Julia,

    ein toller Beitrag!
    Besonders der Satz, dass man, wenn man gewissermaßen in der Öffentlichkeit steht, gewisse Dinge noch konsequenter lebt, weil man das nicht nur für sich, sondern eben auch für die Message tut, finde ich sehr treffend. Und wichtig. Er verdeutlicht, dass das hier alles ein Geben und Nehmen ist und ich finde diesen Gedanken sehr schön. 🙂

    Euer Ziel, mehr über faire Mode zu schreiben, finde ich großartig!
    Ich möchte ja ebenfalls auch vermehrt in diese Richtung gehen, aus denselben Gründen.
    Nachhaltiger Lebensstil ist eben einer, der alles Bereiche des Lebens umfasst – und manchmal bekommt der eine mehr Gewicht, dann wieder ein anderer.
    Ich bin gespannt auf eure weiteren Beiträge zum Thema und danke euch herzlich für die lieben Verlinkungen!

    Liebe Grüße an euch!
    Jenni

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