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[GASTBEITRAG] Nachhaltig beschenken. Tipps für eine klimafreundliche Weihnachtszeit

Weihnachten ohne Geschenke ist kaum vorstellbar. Natürlich will man seinen Liebsten eine Freude machen. Aber mal ehrlich: wie oft kommt es vor, dass man noch schnell “auf den letzten Drücker” die Geschäfte durchforstet oder einfach mal etwas kauft, weil es beim “Black Friday” reduziert war. Wo bleiben da die Gedanken, die doch eigentlich zählen? Nicht nur die Gedanken an die Beschenkten, sondern auch an die Umwelt. RESTLOS GLÜCKLICH e.V., der Berliner Verein für nachhaltige Lebensmittelverwertung, nimmt sich den Nikolaustag zum Anlass, um euch ein paar Geschenke-Alternativen aufzuweisen.

Verarbeitet die Überschüsse!

Passiert es euch manchmal, dass ihr euch eine heiße Zitrone zubereitet und die Schalen danach im Biomüll landen? Dass ihr einen Bund Rosmarin kauft, um später zu merken, dass es doch ein bisschen viel für das anstehende Gericht war? Dass ihr euch total über ein hübsch verpacktes Geschenk freut, dieses aber im Nullkommanichts aufgerissen ist und das Papier in der Tonne landet? All diese Dinge lassen sich wunderbar verwerten. Heute verraten wir euch, wie ihr euer diesjähriges Weihnachten klimafreundlich und nachhaltig gestalten könnt.

Klimafreundlicher Geschenktipp Nummer 1: Winterliches Apfel-Chutney

Wir retten regelmäßig viele schöne Äpfel. Ihr habt bei Foodsharing vielleicht die gleichen Erfahrungen gemacht. Wenn man dazu noch Zwiebeln übrig hat (man kauft ja doch meistens ein Bund und hinterher ist es zu viel) lässt sich mit diesen Hauptzutaten sowie einem Teil der Weihnachtsvorräte an Schokolade und Glühwein ein winterliches Chutney zaubern. Einfach etwas Zucker im Topf karamellisieren, gerne mit gepresstem Ingwer, wenn vorhanden, mit etwas Essig und Apfelsaft ablöschen und dann alles vermischen und 8 Minuten einköcheln lassen. Mit Zimt und Glühwein abschmecken. Bitte im heißen Zustand in ein wiederverwertetes Marmeladenglas füllen.

Klimafreundlicher Geschenktipp Nummer 2: Frisches Gebäck mit dem Aroma von Orangenschalen

Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit. Trifft sich gut, dass wir gerade im Winter so viele Vitamin C-reiche Zitrusfrüchte zu uns nehmen. Denn deren Schalen eignen sich wunderbar als natürliches Aroma für unser Wintergebäck. Was man sonst noch so mit Orangen- und Zitronenschalen machen kann, haben unsere Freunde von Smarticular in einer kreativen Sammlung an Ideen zusammengestellt, die wir gern mit euch teilen!

Klimafreundlicher Geschenktipp Nummer 3: Selbstgemachte Crème aus Rosmarin

Rosmarin wirkt belebend und durchblutungsfördernd. Können wir in der kalten Jahreszeit sicherlich alle gebrauchen. Warum es also beim Zusatz für Gerichte lassen? Rosmarin lässt sich auch wunderbar in Pflegeprodukte verarbeiten. Zum Beispiel in eine energetisierende Seife. Ihr braucht nicht viel dafür:

  • 250g Kokosöl
  • 350g Olivenöl
  • 87g Natriumhydroxid
  • 200ml Rosmarinsud
  • 150g Rosmarin (trocken)
  • 1 EL ätherisches Rosmarinöl

Die Süddeutsche Zeitung hat noch viel mehr Seifenrezepte inkl. detaillierter Anleitung für euch!

Weiteres

Und um euren klimafreundlichen Geschenken den letzten Schliff zu geben, verpackt sie doch bitte auch nachhaltig. Geo zeigt, wie es geht!

Solltet ihr nun Lust bekommen haben, aus den Resten eures Haushaltes etwas Tolles zu zaubern, vertraut dabei unbedingt euren eigenen Sinnen und nicht dem MHD! Und damit entlassen wir euch in einen experimentierfreudigen Nikolaus-Tag, mit diesem kleinen Geschenk: Unserem leckeren Brotmuffin-Rezept!

Brot und Backwaren zählen leider zu den Produkten, die am schnellsten in der Tonne landen, obwohl man auch mit hartem Brot wunderbar so etwas wie Croutons für Salat oder Semmelbrösel für Knödel zubereiten kann. Wer mehr darüber wissen will, kann unseren Koch Ulrich dazu am Wochenende in den Neukölln Arcaden in Berlin ausfragen!

Restlos fair schenken

Vom 07.12. Bis 09.12. findet ihr uns in der Karl-Marx-Straße 66 in Berlin-Neukölln mit einem großen Aktionsstand. Gemeinsam mit euch wollen wir ein Zeichen setzen für einen nachhaltigen Konsum in der (Vor-)Weihnachtszeit. Wir laden euch herzlich dazu ein, mit uns klimafreundliche Geschenke kostenlos selber herzustellen. Wir bringen mit:

  • gerettete Lebensmittel
  • Recyceltes Geschenkpapier
  • Nachhaltige Weckgläser
  • und jede Menge kreative Ideen

Nach dem Prinzip “From Leaf to Root” zaubern wir mit euch köstliche Pestos, Chutneys und noch vieles mehr. Unser Koch und unser Team zeigen euch die richtigen Kniffe für restlos verwertete, wundervolle Weihnachtsgeschenke für eure Liebsten.

CC der Bilder: auf unsplash gefunden

Chutneys: Annie Spitt
GebäcK: Markus Spiske
Kräuter: Nordwood Themes

Vereinspräsentation

RESTLOS GLÜCKLICH e.V. möchte Menschen  dazu  bewegen,  bewusster  zu konsumieren  und  mehr  zu  verwerten. Deshalb  kochen  wir  mit  überschüssigen Lebensmitteln  und  zaubern  daraus kreative  und  leckere  Gerichte.

Egal  ob  für  Kinder  oder  Erwachsene,  in Workshops  und  Kochkursen  vermitteln wir  jedem sein  persönliches  Erfolgsrezept  für  einen  nachhaltigen  Umgang mit  Lebensmitteln. Von Bildungsformaten über Team-Events haben wir unterschiedliche Konzepte im Repertoire, die alle Interessierten dabei unterstützen, ihr  Essen  mit  allen  Sinnen zu  genießen. Tipps  zum Verwerten von Lebensmitteln gibt es gratis dazu!

Unser aktuelles Bildungsprojekt für Grundschulkinder ist “School Lunch”, das von RaboDirect gefördert wird. Weitere Informationen dazu unter:

http://restlos-gluecklich.berlin/school-lunch

Autorin

Eva Musholt

Presse und Bildungsarbeit

RESTLOS GLÜCKLICH e.V.

2 In Gastbeiträge/ GREEN LIFESTYLE/ Nachhaltiges Reisen

5 einfache Ideen für ein nachhaltiges Reisen

Nachhaltiges Reisen

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag der Autorin und Geschäftsführerin von Green Pearls® - Stefany Seipp.

Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Floskel – sie sollte auch gelebt werden. Dabei kann es so einfach sein, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Vom Einkauf bis hin zu den richtigen Aktivitäten, kannst du so einiges für Umwelt & Menschheit tun. Wie du es auch auf Reisen schaffst, deinen ökologischen Fußabdrucks so gering wie möglich zu halten, zeigen wir dir in 5 ganz einfachen Ideen!

Idee 1: Nachhaltige Planung

Eine erste Idee ist natürlich die nachhaltige Planung. Indem du dir schon vorher überlegst, wie du deinen Urlaub gestalten willst, sparst du dir später viel Denkarbeit. Prinzipiell ist es nachhaltiger, eine lange Reise zu buchen, anstatt mehrere kurze. Dabei buchen die meisten Menschen lieber Mini-Reisen über ein verlängertes Wochenende – anstatt sich einmal wirklich richtig zu entspannen.

Zum Energie tanken ist eine schöne lange Reise nicht nur für dich viel besser, sondern auch für die Umwelt. Bei jeder Reise lässt du CO2-Emissonen zurück, besonders bei Flugreisen, weshalb wir diese an dieser Stelle außen vor lassen möchten. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt!

Hinweis von Raphaël und Julia: Wir möchten an dieser Stelle nochmals betonen, dass Flugreisen hier außen vor gelassen werden, weil wir diese nicht als nachhaltig empfinden. Jede Flugreise ist mit hohen Emissionen verbunden, was in keiner Weise nachhaltig sein kann und eben auch nicht zu einem nachhaltigen Lebensstil passt.

Idee 2: Nachhaltige Transportmittel

Nachhaltiges Reisen

Natürlich ist nicht jedes Reiseziel mit dem Auto zu erreichen. Aber müssen es für den Urlaub wirklich immer die Karibikinseln oder Südostasien sein? Europa und sein Kulturgut ist so unheimlich reich, da findet sich ganz bestimmt ein Reiseziel, das sogar mit dem Zug erreichbar ist. Klar dauern Zugreisen etwas länger – dafür kannst du es dir aber auch wunderbar bequem machen, vor allem, wenn du dir die erste Klasse gönnst. So bequem wirst du es in keinem Flieger haben.

Solltest du dir dann doch einmal ein Reiseziel setzen, das den Zugstreckenrahmen sprengt, kannst du mit der Organisation atmosfair die CO2-Emissionen kompensieren. Atmosfair freut sich bestimmt über deinen Beitrag und finanziert so seine Klimaschutzprojekte.

Goethe hat einmal gesagt:

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

Wir finden das Rad tut’s auch. Du kommst klimaneutral vom Fleck und bekommst deine Destination auf ganz eigene Art und Weise mit.

Idee 3: Nachhaltiges Hotel

Oft fällt die Entscheidung für ein Reiseziel auch aufgrund eines tollen Hotels, das man im Katalog gesichtet hat. Doch nicht alles, das glänzt, ist auch Gold: Such dir auf jeden Fall ein nachhaltiges Hotel! Um dieser Bezeichnung gerecht zu werden, sollte eine Unterkunft allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. Lass dich nicht blenden: Immer mehr Hotels werben mit einer umweltfreundlichen Unternehmenspolitik – setzen diese aber nicht in die Tat um.

Um nicht in die Falle zu tappen, hilft etwa das „Eco Hotels Certified“-Gütesiegel weiter. In Europa können sich inzwischen über 90 Hotels damit auszeichnen. Dafür müssen sie die folgenden Richtlinien erfüllen:

  • Kochen mit regionalen und biologischen Zutaten
  • Sparsamer Umgang mit Ressourcen (nachhaltiger Strom, wassersparende Technologien)
  • Stromsparen durch Aktivierung des Stroms mit der Zimmerkarte
  • Wäsche der Handtücher & Bettwäsche von den Gästen selbst wählbar
  • Faire Löhne für die Mitarbeiter/-innen

Bist du dir unsicher, ob ein Hotel diese Qualitätskriterien erfüllen kann, dann erkundige dich einfach per Mail nach der Nachhaltigkeits-Politik. Ist das Hotel seriös, bekommst du bestimmt eine gute Auskunft!

Idee 4: Nachhaltig Einkaufen & Essen gehen

Nachhaltiges Reisen

Ein sehr wichtiger Punkt ist natürlich auch das Einkaufen im Ausland. Du kennst das bestimmt – gerade im Urlaub lässt man sich gerne gehen und kauft viel mehr als nötig. Nachhaltiges Einkaufen ist allerdings eine prima Idee, um der Umwelt und den Menschen vor Ort etwas Gutes zu tun. Beachtest du diese Punkte, gelingt das ganz einfach:

  • Regionalität: Achte darauf, große internationale Ketten und Souvenirläden zu meiden. Außerdem sind Wochenmärkte und Streetfood-Märkte geniale Methoden, um regional einzukaufen. Erkundige dich besser nach Restaurants, die von Einheimischen betrieben werden. Frag einfach im Hotel oder sieh dir Tipps auf Portalen wie TripAdvisor an. Die allerbeste Methode ist natürlich, mit einem Tandem Partner die dortige Sprache zu lernen. Auf diese Weise kann man super einfach einkaufen gehen und nachhaltige Alternativen finden, indem man sich mit den Einheimischen selbst unterhält!
  • Frisch kaufen: Schnapp dir lieber mal eine frisch geerntete Frucht als ein abgepacktes Sandwich. Das verhindert nicht nur unnötige Verpackungen, sondern schmeckt auch garantiert besser. Denk immer daran, dass auch du den Markt mitgestaltest: Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Kaufst du kein abgepacktes Essen, wird auch weniger davon angeboten – und weniger Müll produziert. Voilà: Eine nachhaltige Entscheidung!
  • Fairtrade: Zudem solltest du auch immer mal wieder nach dem Fairtrade-Zeichen Ausschau halten. Kauf dir am besten nur fair produzierte Lebensmittel, sowie auch Kleidung & Souvenirs. Die Menschen, welche diese Waren herstellen, sollen unter fairen Arbeitsbedingungen leben. Auf diese Weise vermeidest du auch Produkte aus Kinderarbeit. Auch wenn du hier ein, zwei Euro mehr ausgeben solltest – dieses Geld ist gut investiert!
  • Nur nach Bedarf kaufen: Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich auch dieser. Im Urlaub ist man oft besonders freigiebig, was das Geldausgeben angeht. Gerade da es in ärmeren Ländern oft Waren zu extrem niedrigen Preisen gibt, greift man gerne zu viel mehr, als man eigentlich braucht. Denk immer gut darüber nach, ob die ganzen Souvenirs nicht doch letzten Endes als Staubfänger dienen werden, und ob du überhaupt so viel essen kannst, wie du gekauft hast!
  • Jutebeutel: Nimm dir auch unbedingt einen Stoffbeutel mit. Umgehe den Umwelt-Fauxpas des ewig und alles in Plastiktüten Einpackens, indem du dir einen Jutebeutel mitnimmst. Der braucht auch fast keinen Platz und ist ein Fliegengewicht! Ganz nebenbei ist das nicht nur für den Urlaub praktisch.
  • Entsorgung: nachhaltig einzukaufen bedeutet auch, nachhaltig zu entsorgen. Nicht immer kann man unverpackte Produkte kaufen, man denke nur an Wasserflaschen. Greif daher zu recycelbaren Alternativen wie Glas. Achte auch auf Reisen auf die richtige Mülltrennung.

Idee 5: Nachhaltige Aktivitäten

Nachhaltiges Reisen

Auch deine Aktivitäten-Planung kann zur Nachhaltigkeit beitragen. Verzichte daher auf Freizeitbeschäftigungen, bei denen die Tiere und Umwelt den Kürzeren ziehen. Schon mal daran gedacht, dass wir uns beim Wandern, Tauchen, Surfen oder Schifahren in einem Gebiet bewegen, das nicht nur uns gehört? Spuren in Form von Müll zu hinterlassen, oder respektlos mit der Natur umzugehen ist nicht nur im Urlaub ein No-Go. Nimm deinen Müll immer mit und dringe nicht zu weit in das Terrain der Tierwelt ein. Dann steht einer abwechslungsreichen & nachhaltigen Reise nichts mehr im Weg! 

Stefany SeippGastautorin: Stefany Seipp

Geschäftsführerin bei Green Pearls®

Stefany Seipp betreibt zusammen mit Ihrem Team die Informations- und Kommunikationsplattform Green Pearls®. Das Unternehmen ist Experte für unvergessliche Destinationen und nachhaltige Hotels und konzentriert sich dabei auf sanften, komfortablen Tourismus sowie auf den Umweltschutz und die Optimierung des sozialen Gleichgewichts.