Polarstern Energie

Polarstern – Ökostrom, der seinen Namen verdient

Polarstern
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Vor ein paar Wochen haben wir euch in unserem Artikel „Ökostrom: Warum du jetzt wechseln solltest“ bereits 5 großartige Ökostromanbieter vorgestellt. Heute wollen wir euch einen davon genauer vorstellen: Polarstern. Neben Greenpeace Energy durften wir nämlich auch diesen wunderbaren Ökostromanbieter interviewen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Anna und Anja von Polarstern, die das Interview ermöglicht haben.

Herkunft von Polarstern Ökostrom

Polarstern Wasserkraftwerk
Umweltfreundliches Wasserkraftwerk Feldkirchen bei Rosenheim / © Polarstern

Die Polarstern GmbH liefert 100% Ökostrom. Sie verspricht Energie aus ausschließlich deutscher Wasserkraft. Darüber hinaus übernimmt Polarstern weltweit soziale Verantwortung. So ermöglicht sie für jeden neuen Kunden einer Familie in Kambodscha die Installation einer eigenen Biogasanlage. Diese Biogasanlage ermöglicht den Familien, ihre organischen Abfälle, Mist und Gülle in Energie umzuwandeln, anstatt sie als krankheitserregende Haufen hinter der Hütte zu verscharren.

Dadurch erhalten die Familien nicht nur eine grüne Energiequelle für den ebenfalls durch Polarstern installierten Gasherd und die Gaslampen, zusätzlich werden Hygienebedingungen durch den Anschluss einer Toilette an die Anlage und die Verwertung von Nutztier-Exkrementen verbessert. Zu guter letzt können die Überreste aus der Biogasanlage zusätzlich als Dünger für den Anbau von Gemüse genutzt werden.

Damit schafft Polarstern eine eindrucksvolle Symbiose aus der Förderung durch Armut geprägter Gegenden und der weltweiten Energiewende.

Polarstern stellt sich vor

In einem eigenen Video stellen die Gründer von Polarstern ihr Unternehmen selbst vor:

Polarstern – ein Interview

Woher kommt euer Ökostrom?

Unser Ökostrom kommt aus Bayern. Genauer gesagt aus dem Wasserkraftwerk Feldkirchen bei Rosenheim. Es gehört zu den weltweit nachhaltigsten Fließwasserkraftwerken und ist das einzige Kraftwerk in Deutschland, das durch das EKOenergy Label ausgezeichnet wurde. EKOenergy ist das erste internationale Ökostrom-Label, das großen Wert auf nachhaltige Lieferanten-Kriterien legt. Wasserkraft darf beispielsweise nur aus Kraftwerken kommen, die nach der Konsultierung lokaler Umweltorganisationen vom EKOenergie-Board akzeptiert wurden.

Bei Fließwasserkraftwerken muss darauf geachtet werden, dass Fische „durchwandern“ können. Bei unserem Lieferantenkraftwerk in Feldkirchen wurde dazu ein Umgehungsgerinne geschaffen, das 5,3 Kilometer lang ist und die Fische am Kraftwerk vorbei lotst. Außerdem wurden um das Ökokraftwerk viele Hochwasser-Rückzugsgebiete für die Fische geschaffen sowie Uferschutzmaßnahmen durchgeführt, um den Lebensraum der Tiere zu schützen.

Unseren Strom lassen wir übrigens mehrfach zertifizieren: Einmal durch den TÜV Nord. Er prüft, ob der Strom klimaneutral und nach ökologischen Kriterien erzeugt wird, und dass genauso viel Strom bei den Lieferanten erzeugt wird, wie die Kunden verbrauchen. Daneben trägt unser Ökostrom das Grüner Strom Label. Damit ist auch der Zusatznutzen zertifiziert. Das heißt, dass wir für jede Kilowattstunde Ökostrom, die unsere Kunden verbrauchen, einen Cent extra in Energiewende-Projekte und in die Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen investieren. Und schließlich gehören wir laut Verbraucher-Magazin Öko-Test zu den besten Ökostromversorgern. Das Magazin prüft vor allem auch die Anbieter hinter den Ökostromangeboten. Das heißt beispielsweise, ob sie neben dem Ökostromangebot noch fossile Tarife im Portfolio haben und ob Verflechtungen zu Kohle- und/oder Atomkraftwerken bestehen.

Was kann die Energiegewinnung aus Wasserkraft für negative Auswirkungen auf die Umwelt haben?

Wie in der ersten Frage beschrieben, muss bei Wasserkraft darauf geachtet werden, dass die Lebensräume der Tiere geschützt werden, etwa die natürlichen Wanderwege der Fische weitestgehend erhalten bleiben. Gerade bei großen Wasserkraftwerken wird das Ökosystem oft nicht ausreichend geschützt. Begradigungen von Flüssen und große Staudammprojekte zerstören die Lebensräume von Menschen und Tieren.

Was tut ihr, um diese negativen Auswirkungen klein zu halten oder auszuräumen?

Wir achten bei der Auswahl unserer Lieferanten gezielt darauf, dass sie über den Betreiber nicht mit Kohle- oder Atomkonzernen verbunden sind, und dass es sich um Anlagen handelt, die das ökologische Gleichgewicht wahren und strengen Kriterien im Bereich Umwelt- und Naturschutz genügen.

Glaubt ihr, dass in Deutschland bezüglich Nachhaltigkeit gerade ein Umdenken stattfindet?

Auf jeden Fall findet ein Umdenken statt. Das sieht man auch an der Altersstruktur unserer Kunden: Vor allem jüngere Menschen ab Anfang/Mitte 20 sind viel interessierter und aktiver in Sachen Nachhaltigkeit. Auch achten sie in ihrem Konsumverhalten stärker auf entsprechende Kriterien. Es ist trotzdem noch eine Nische – aber zum Glück eben eine, die wächst.
Wichtig ist angesichts des wachsenden Ökointeresse jedoch auch, dass die Verbraucher genau hinschauen, was sie kaufen. Denn mit dem steigenden Interesse an nachhaltigen Produkten und Angeboten wächst auch der grüne „Schattenmarkt“. Da wird viel als grün und nachhaltig verkauft, was es nur dem ersten Anschein nach ist.

Wie engagiert ihr euch noch in Sachen Nachhaltigkeit, abgesehen von der Versorgung Deutschlands mit Ökostrom und Ökogas?

Unser Schwerpunkt ist naturgemäß der Ausbau der grünen, nachhaltigen Energieversorgung. Dazu gehören grüne Strom- und Gasprodukte genauso wie Angebote der dezentralen Energieerzeugung, s. unsere Mieterstromprojekte.
In unserer Kommunikation informieren wir zudem stets über wirkungsvolle Möglichkeiten, Strom und Gas zu sparen. Aber auch andere Aspekte einer bewussten Lebensführung sind uns wichtig und werden von uns aufgegriffen, im Blog, auf Facebook, in Kundennewslettern und auf Veranstaltungen – so zum Beispiel die Ernährung, die Müllproblematik in den Gewässern oder ökobewusste Mode.
Beispiele sind unsere Kooperationen mit SeaShepard (https://www.sea-shepherd.de/news/deutschland/694-polarstern-unterstuetzt-sea-shepherd) und unser jährliches Cleanup-Event (https://www.polarstern-energie.de/magazin/bildergalerie-polarstern-clean-up-2016/).

Was wäre eurer Meinung nach der nächste Schritt für unsere Gesellschaft, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Ihn anpacken und zwar jeder daheim bei sich. Noch immer wird viel über den Klimawandel diskutiert, aber beim eigenen Handeln, das heißt beim Energie sparen oder beim Wechsel zu einem echt grünen Energieversorger, ist noch viel Luft nach oben.
Daneben ist der nächste Schritt die dezentrale Energieversorgung. Eigenheimbesitzer können das bei Einfamilienhäusern schon seit längerem tun. Mieter sind auf ihren Vermieter angewiesen, aber sie sollten ihn ruhig ansprechen. Zum Glück gibt es auch immer mehr Mieterstromangebote. Hier wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses oder im Keller mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) Energie erzeugt und diese den Mietern über Mieterstromprodukte angeboten. Das ist günstiger als der Grundversorgertarif und vor allem auch grüner.
Mehr Infos hierzu unter: https://www.polarstern-energie.de/mieterstrom/

 

Wir danken Polarstern für die Beantwortung unserer Fragen. Das Fazit bleibt, dass jeder seinen Teil zur Energiewende beitragen sollte. Das beginnt beim richtigen Stromversorger und Bankunternehmen, reicht jedoch noch viel weiter über Stromsparlampen, Zeitschaltuhren beim Laden von Handy, Mp3-Player etc. bis hin zur eigenen Solarzelle auf dem Dach.

Liebe Leser*innen, bitte nehmt euch jetzt einen Moment Zeit und überlegt euch, ob ihr nicht heute damit anfangen wollt, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Es gibt viele Wege, dies zu tun, und das tolle ist, man kann sie alle gehen und muss sich nicht für einen entscheiden 😉

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