Adios Plastikmüll - Unverpackt einkaufen

8 Wege, sofort den eigenen Plastikmüll zu reduzieren

Dies ist ein Gastbeitrag von Jenni von Mehr als Grünzeug.
Adios Plastikmüll - Unverpackt einkaufen
Adios Plastikmüll – Unverpackt einkaufen

Plastikmüll ist doof. Er sieht nicht nur unästhetisch aus und fliegt unbeachtet in der Gegend herum – er ist außerdem zu einer umfassenden Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt geworden. Immer stärker werden die Rufe nach Plastikreduzierung, wenn nicht gar nach dem völligen Verzicht auf dieses einst als so wundersam geltende Material. Das Schöne an der Sache ist: Jeder und jede kann damit anfangen, mit dem Verzicht. Für sich selbst und ganz individuell – und mit großem und deutlich sichtbarem Erfolg. Wie das gehen kann, erfährst du hier.

Jenni von Mehr als Grünzeug
Jenni von Mehr als Grünzeug

Aber zunächst ein wenig zu meiner Person – ich möchte mich dir vorstellen, denn ich bin weder Jule noch Raphael, die diesen Blog hier ansonsten mit so wunderbar kreativem und aufschlussreichem Inhalt füllen. Heute bin ich hier zu Gast und schreibe für dich. Ich bin Jenni und blogge auf Mehr als Grünzeug seit etwas mehr als einem Jahr über Veganismus und nachhaltiges Leben. Neben vielen gesunden veganen Rezepten findest du kritisch-philosophische Überlegungen zu Konsum, (Tier-)Ehtik, Selbstfindung, Fair Fashion und auch ganz praktische Anleitungen für deine (ersten?) Schritte in ein nachhaltiges Leben (zum Beispiel eine Anleitung für einen Capsule Wardrobe oder erste Anlaufstellen für ein Leben nach Zero Waste). Ich freue mich, wenn du mich besuchen kommst!

Das Problem mit dem Plastik

Überall liest man mittlerweile davon, dass man doch besser seinen eigenen Plastikkonsum überdenken und besser auf nachhaltige Alternativen ausweichen sollte – und auch dieser Beitrag soll sich mit einigen praktischen Tipps um diese Thematik drehen. Doch warum sollte ich das eigentlich tun? Ist das nicht wieder irgend so ein Hipster-Öko-Ding, verbreitet von den möchtegern-coolen Menschen mit Jutebeutel und Mandala-Tattoo? Was ist eigentlich das Problem am Plastikmüll?
Damit du zumindest einen kleinen Einblick in dieses so weite Feld der Kunststoffe und ihrer Auswirkungen auf den Planeten und alles, was darauf lebt, erhältst, gibt es an dieser Stelle ein paar geraffte Fakten:

  • Weltweit werden geschätzt pro Jahr rund 60 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Jeder in Deutschland lebende Mensch verbraucht ungefähr 24 Kilo Plastik pro Jahr.
  • Rund 80% dieses Plastikmülls gelangt in die Ozeane, wo es sich in immer kleinere und kleinere Partikel zersetzt – das sogenannte Mikroplastik. Bis zu 180.000 Plastikteile treiben laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mittlerweile in jedem Quadratkilometer der Meere.
  • Diese riesigen Mengen an Plastikteilen kommen notwendigerweise mit den Meereslebewesen in Berührung: Die Tiere essen sie, verfangen sich in ihnen, ertrinken, ersticken, schnüren sich ihre Gliedmaßen durch Plastikmüll ab. Auf solche und ähnliche Weise sterben jährlich rund 100.000 Meeressäuger an Plastikmüll.
  • Auch Strände, die nach wie vor wie die wunderschönsten Sandparadiese ausschauen, sind in Wirklichkeit mittlerweile von Massen an Mikroplastik durchsetzt – die Plastikteilchen sind klein und feingerieben wie Sandkörner und auf den ersten Blick nicht von ihnen zu unterscheiden. Durch diesen Zersetzungsprozess werden allerdings sämtliche im Plastik enthaltenen Giftstoffe freigesetzt.
  • In den meisten Plastikarten sind Weichmacher und Phtalate sowie die besondere Weichmacher-Form BPA enthalten. Auf diese Stoffe werden eine Vielzahl der modernen Zivilisationsbeschwerden und -krankheiten zurückgeführt – unter anderem Diabetes, Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Fettleibigkeit. Außerdem stehen sie im Verdacht, die menschliche DNA zu verändern und in den Hormonhaushalt einzugreifen. (Näheres kannst du hier dazu nachlesen.) Die genauen Rezepturen kennt niemand – Wirtschaftsgeheimnis.
  • Und als wäre das noch nicht genug, schwimmt südöstlich von Hawaii seit Jahrzehnten ein stetig wachsender riesiger Müllstrudel mit dem Durchmesser des US-Bundesstaates Texas: der North Pacific Gyre. Auch hier werden die Plastikteile durch die enormen Umwelteinflüsse in immer kleinere Partikel zerrieben – und wieder in die Weltmeere hinausgeschickt. Bei diesem Prozess setzen sich unglaubliche in den Kunststoffen enthaltene Giftmengen frei, die anschließend im Wasser treiben (man hat Konzentrationen gemessen, die bis zu einer Million Mal höher sind als diejenigen des normalen Meerwassers) und sich natürlich auch in den Meereslebewesen ansetzen. Die dann auf unseren Tellern landen (wenn wir nicht gerade vegan leben).

Der Plastikkonsum bringt uns zusammengefasst also in erster Linie eines: Leid. Sowohl aus der Perspektive des Planeten als auch aus derjenigen seiner Bewohner, seien diese nun wir besonderen menschlichen Tiere oder alle anderen Lebewesen. Natürlich ist Plastik praktisch und bequem – aber die vielen Nachteile – von denen an dieser Stelle nur ein Bruchteil beleuchtet werden konnte – sprechen eine deutliche Sprache: Wir vergiften uns und alles andere Leben durch das Plastik. Damit wir es bequem haben. Und dieser Preis ist eindeutig zu hoch.

Was man tun kann: 8 Wege, Plastikmüll zu vermeiden oder zu reduzieren

Ob Politik und Wirtschaft oder doch besser die Verbrauchenden als erste Instanz handeln sollten, ist eine kontrovers geführte Diskussion, die an dieser Stelle nicht in allen Einzelheiten beleuchtet werden kann und soll. Nur so viel: Am Ende kann und muss es sicherlich ein Zusammenspiel aus beiden Lagern – dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Raum – sein, damit eine effektive und wirkungsvolle Vermeidung und in dieser Konsequenz auch Reduzierung des Plastikmülls erfolgen kann. Ich schlage vor, nicht zu warten, bis irgendwelche Kabinette und Ministerien wieder nach fünfjähriger Beratung irgendein Gesetz durchgewunken haben, sondern jetzt gleich und sofort jeder bei sich anzufangen und seine und ihre Macht als Konsument*innen zu nutzen. Dein Kassenbon ist dein Stimmzettel – es gibt keinen Satz, dem in diesem Zusammenhang mehr Wahrheit zukommt.

Tipp #1: Unverpackt einkaufen.

Es ist die garantierte Formel für einen sofortigen und spürbaren Plastikrückgang in deinem Haushalt um mindestens 80%. Wirklich: Wenn du unverpackt einkaufst, sparst du so unglaublich viel an Plastikverpackungen (die – ganz nebenbei bemerkt – sich auch echt hässlich im Küchenregal ausnehmen), dass dein Gelber Sack in der Küche auf einmal so gar keine Arbeit mehr hat und ein wenig traurig am Boden herumliegen wird.
Unverpackt-Läden sprießen mittlerweile glücklicherweise an immer mehr Standorten wie kleine Paradies-Blümchen aus dem Boden (hier findest du eine aktuelle Liste aller deutschen, österreichischen und schweizerischen Unverpackt-Läden), dass es eine wahre Freude ist, dieser Entwicklung zuzuschauen. Und du findest wirklich alles dort: alle Lebensmittel des täglichen Bedarfs, Hygiene-Artikel und Haushaltsbedarf, alles ist da. Natürlich ist die Ware nicht zum Discounter-Preis zu haben – aber du darfst dich berechtigterweise fragen, ob es das nicht wert ist und ob du nicht vielleicht doch lieber auf den Spanien-Urlaub oder das neue Auto verzichtest, um einen kleinen Teil für eine bessere Welt beizutragen.
Wer keinen dieser schönen Läden in erreichbarer Nähe hat, kann aber trotzdem Einiges zum weitgehend unverpackten Einkauf leisten: Kaffee kann beispielsweise lose erworben werden, genauso wie Obst und Gemüse einfach ohne Plastiktüten eingekauft werden kann (sowohl auf dem Gemüse- als auch im Supermarkt) und es gibt mittlerweile sogar einige plastikfreie Online-Shops, die verpackungsarm versenden und Artikel des täglichen Gebrauchs (außer Lebensmittel) im Sortiment führen (beispielsweise monomeer und plasno).

Unverpackt einkaufen
Unverpackt einkaufen

Tipp #2: Regional einkaufen.

Dieser Tipp hängt eng mit dem ersten zusammen: Wenn du regional (und saisonal) einkaufst, kannst du ebenfalls eine Menge Plastikmüll einsparen – vielleicht nicht offensichtlich, aber dafür umso mehr hinter den Kulissen. Die Ware, die du vom Bauern aus dem Nachbardorf kaufst, muss nicht auf plastikverschweißten Paletten durch ganz Europa gekarrt oder per Flieger über die Weltmeere befördert werden. Es braucht keine fünfhunderttausend Produktverpackungen, Frischhalteeinschweißungen, Sicherungspellets und dergleichen mehr. Du kaufst ein frisches Produkt, idealerweise direkt vom Feld oder Baum, mit ein paar Lagerungstagen vielleicht – aber mit wesentlich weniger Transport- und Verpackungsgeschichte, was übrigens auch deinem CO2-Karma zugutekommt.

Tipp #3: Reinigungsmittel und Kosmetika selbst herstellen.

Es ist mittlerweile eines meiner Lieblingsthemen: Du brauchst nicht so viel Kosmetik, wie dir die Werbeindustrie weißmachen will, um schön zu sein. Ganz ehrlich: Wir brauchen keine Creme für den Tag, für die Nacht, für nach dem Duschen, für die Augenringe, für die Hände, für die Füße, für das Gesicht, für den Körper, für den Winter, für die Lippen und am besten auch noch für die Nägel – um ganz sicher zu gehen. Brauchen. Wir. Nicht.
Ich weiß nicht, ob du bereits ähnliche Erfahrungen gesammelt hast – aber diese Vielzahl an Produkten überfordert auf der einen Seite (Was soll ich denn jetzt kaufen, welches Produkt ist für mich das richtige?), zieht einem auf der anderen Seite das Geld aus der Tasche, weil die meisten Artikel hoffnungslos überteuert sind und verschlimmert in der Regel sämtliche Beschwerden noch anstatt sie zu lindern. Abgesehen von der geballten Chemie, die in so ziemlich allen Produkten enthalten ist, die wir für die Aufwertung unseres äußeren Erscheinungsbildes nutzen, steckt in ihnen aber auch eine Menge Plastik – von der offensichtlichen Plastikverpackung (mit immer ausgefalleneren Motiven und Schriftzügen verziert) bis hin zum weniger sichtbaren und darum häufig vergessenen Mikroplastik, das bewusst beigemengt wird, um beispielsweise einen Peelings-Effekt zu erzielen. Man stelle sich vor: Du peelst dir deine Haut mit Plastik! Wer reibt sich freiwillig und bei gesundem Verstand Plastik ins Gesicht? Das dann übrigens wieder im Abfluss landet. Und von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden kann, da es für die Siebe zu fein ist – und direkt ins Meer gelangt.
Den eigenen Kosmetik-Verbrauch herunterzuschrauben, ist demnach eine absolut nachhaltige Idee – und gar nicht so schwierig wie man denken mag. Die besten Produkte und diejenigen, in die wir getrost unser ganzes Vertrauen legen können, haben wir nämlich schon zuhause: Sie befinden sich in der Küche und heißen beispielsweise Olivenöl und Kaffee. Aus diesen beiden Zutaten kannst du dir innerhalb von Minuten dein eigenes Peeling zusammenrühren, das Öl als Hautpflege für alles (!) nutzen und Müll sparen sowie mögliche allergische Reaktionen deines Körpers aufgrund der ganzen Chemie in konventionellen Produkten auf ein Minimum reduzieren.
Auch Zahnpasta und Deo kann selbstgemacht oder in müllarmer Form gekauft werden (als Zahnputztabs, als Stückzahnpasta oder festes Deo). Dasselbe gilt für Shampoo und Seife – Alepposeife ist hier der ungeschlagene Klassiker im Kosmetik- und Haushaltsbereich.

Reinigungsmittel selbst herstellen
Reinigungsmittel selbst herstellen

Tipp #4: To go ist out!

Sie sind inzwischen das Symbol für die Wegwerfgesellschaft und überquellende Mülleimer geworden: Coffee-to-go-Becher. Auch und gerade in der Blogging-Szene ist es nach wie vor stylisch, in und ein Statussymbol, sich mit Starbucks-Becherchen inklusive Plastikkappe beim Shoppen oder genüsslichen Kaffeeschlürfen zu portraitieren und der Blick in die Einkaufspassagen einer beliebigen Innenstadt bestätigt dieses Verhalten in der Realität vieler Menschen – ob es sich um den gehetzten Manager, die gestresste Bürodame oder einfach um den verspäteten Studenten handelt: Coffee to go war (und ist leider immer noch) mit Status behaftet. Woher das kommen und was an offensichtlicher Wegwerfmentalität Status sein soll, begreife ich nach wie vor nicht und ich hoffe, dass es vielen von euch ähnlich geht.
Kaffee kann man nämlich auch – und das mindestens genauso hip – aus Bechern genießen, die aus nachhaltigen und/oder schnell nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden: Edelstahl und Bambus sind hier beispielsweise zwei Alternativen, die durchaus bezahlbar und hübsch anzuschauen sind (hier gibt es ein paar Ideen für deinen nächsten Kaffeebecher). Und beim Kaffeekauf kann man so durch sein außergewöhnliches (?) Anliegen gleich auch bei den Mitarbeiter*innen das Signal hinterlassen, dass hier jemand nachdenkt und dass Bedarf besteht an nachhaltigeren Lösungen.

Tipp #5: Kein Bioplastik!

Es klingt toll: abbaubares Plastik. Sogenanntes Bioplastik erobert aktuell im Sturm sämtliche Ladenregale und scheint eine grüne Mülltütenalternative darzustellen, die relativ bequem zur bisherigen, nun in Verruf geratenen, Plastiktüte konsumiert werden kann. Doch das ist ein Irrtum und leider nichts weiter als Verbrauchertäuschung (böse Zungen ergänzen hier mental ein „Mal wieder“): Bioplastik ist alles andere als nachhaltig – in den meisten Fällen ist es nämlich (entgegen der Deklarierung) nicht einmal kompostierbar. Und falls doch, dauert dieser Vorgang für die Mülldeponien, auf denen die Tüten landen, viel zu lange: Sie müssen mit der Hand herausgefischt werden, da sie andernfalls die Maschinen und Netze verstopfen und/oder giftige Gase freisetzen. Wenn diese Tüten überhaupt kompostierbar sind, dann nur unter beschleunigter industrieller Kompostierung, aber nicht auf natürlichem Wege. Tüten aus Bioplastik sind daher nicht besser als solche aus konventionellem Plastik und sollten tunlichst vermieden werden.

Tipp #6: Reuse & Recycle!

Neben dem, was man alles kaufen oder nicht kaufen sollte, geht ein wichtiger Faktor oftmals unter: Am allernachhaltigsten ist es sicherlich, das weiterzuverwenden, was man bereits besitzt. Im Falle der Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs ist das sicherlich nicht umsetzbar, da man naturgemäß hier auf ständigen Nachschub angewiesen ist – doch bei Möbeln, Rohmaterialien zum Bauen und Basteln oder einfach sämtlichen alten Gegenständen, die man im Haus hat, sieht das bereits ganz anders aus. Einen Stuhl übrig, der irgendwie nicht mehr in die Küche passt? Warum nicht als Wäscheablage im Schlafzimmer verwenden – oder ihn gleich ganz auseinanderbauen und seine Einzelteile für ein neues Regal verwenden? Alte Weinkisten im Keller gefunden? Die geben, richtig in Szene gesetzt, wunderbare Deko-Objekte ab! Klappert Vintage-Märkte, Flohmärkte und Second-Hand-Shops ab – ihr werdet erstaunliche Schätze finden! Und zwar in jedem Bereich, ob das nun Einrichtung, Kleidung oder Omas Kaffeetasse betrifft. Und falls ihr irgendwann einmal keinen Gefallen mehr an euren eigenen Habseligkeiten findet, führt euch der Weg ebenfalls wieder an solche Örtlichkeiten (ob online oder offline) und definitiv nicht direkt zur Mülltonne. One man’s trash is another man’s treasure.

Tipp #7: Weniger und bewusster konsumieren.

Wenn wir mit offenen Augen durch unsere Welt gehen, dann registrieren wir eigentlich ziemlich schnell eine Sache: Jeder will Geld von uns. Und uns im Gegenzug irgendein Produkt andrehen. Mit dem Versprechen, dass wir dieses Produkt unbedingt in unserem Leben brauchen und prinzipiell gar nicht ohne es weiterleben können, keine Sekunde lang – wir wussten das bisher nur nicht.
Ob Internet, Zeitung, Fernsehen, Radio, auf der Straße, in der Bahn, in der Stadt – überall werden wir mit Werbung zugebombt, die uns weismachen möchte, was der neueste Trend in Sachen Mode ist und uns mit einer Kette an hochfliegenden Versprechungen zu verführen trachtet (du wirst besser, jünger, schöner, vitaler, produktiver…sein).
Die Kunst liegt darin, diese Verführungen zu ignorieren, hinter die Fassade aus polierten Werbeflächen und Photoshop-Models zu blicken und das zu erkennen, was hinter jeder, jeder, jeder Anzeige steckt: Der Wunsch, dass du dein Geld ausgibst. Dafür. Und zwar jetzt. Sofort. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, willst du das gar nicht – dass Leute so über dich bestimmen und dir sagen, wann du was kaufen und was du besitzen sollst. Und dass das im Wochentakt wechselt – weil: Die nächste Saison kommt, jetzt ist schon wieder etwas Neues da, Auflage sowieso und Label überhaupt. Du musst Schritt halten, wird dir gesagt – aber willst du das überhaupt? Wie wäre es einmal mit einem Zurücktreten, mit einem Genießen von dem, was ich habe, mit einem Zufriedensein anstelle vom hungrig-gierigen Mehrmehrmehr?

Tipp #8: Spread the word!

Es ist natürlich absolut vorbildlich, wenn du für dich bereits einen nachhaltigen Lebensstil entdeckt und vielleicht alle Punkte auf dieser (unvollständigen) Liste für dich erfolgreich umgesetzt hast. Aber: Es gibt dort draußen immer noch Millionen und Milliarden von Menschen, die es anders machen. So, wie die Industrie das gerne hätte – verschwenderisch, vielleicht weniger reflektierend. Wir möchten keine überheblichen Thesen darüber aufstellen, warum das so ist, wieso denn hier keiner außer uns nachdenkt (denn das ist sicherlich nicht so) und dass diese Menschen ja auch gefälligst mal von selbst darauf kommen könnten, ihr Leben zu ändern und sich und der Umwelt was Gutes zu tun.
Mit dieser Einstellung – die wir glücklicherweise und hoffentlich nicht haben – kommen wir nicht weit, weder für uns persönlich noch für irgendeine Botschaft oder ein Ziel, das wir verfolgen. Stattdessen sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen, andere Menschen sensibilisieren, den Austausch suchen, vor Konfrontationen – die es sicherlich geben wird – nicht zurückschrecken und zum Nachmachen anregen. Immer auf Augenhöhe, immer authentisch und nie verbissen. Es geht nicht darum, das perfekte nachhaltige Leben aus dem Boden zu stampfen und bis ins kleinste Detail alles „richtig“ zu machen (was ist überhaupt „richtig“?). Es geht darum, sich der aktuellen Situation bewusst zu werden und für sich persönlich anzufangen, etwas dagegen zu unternehmen. Wenn wir andere Menschen auf diese Reise mitnehmen und sie für dasselbe Projekt begeistern und motivieren können, ist das umso schöner. Gemeinsam schafft man so viel mehr – in freundschaftlicher Zusammenarbeit, nicht im neidvollen Übertrumpfungs-Konkurrenzkampf.
Auf geht es – in ein nachhaltiges Leben für uns alle!

Mehr Infos über Jenni findet ihr auf ihrem Blog Mehr als Grünzeug!

Mehr als Grünzeug

Quellen:

http://www.plastic-planet.de/hintergrund_plastikalsproblem.html

 

Wir danken Jenni von Mehr als Grünzeug für diesen überaus spannenden und aufschlussreichen Gastbeitrag.
Raphael und Jule

 

9 comments on “8 Wege, sofort den eigenen Plastikmüll zu reduzierenAdd yours →

  1. Liebe Jenni!
    Das ist wieder mal ei sehr gelungener Artikel von dir. (Es wird langsam zur Gewohnheit, dass meine morgendliche Lektüre von dir stammt :D)
    Ganz nebenbei habe ich auch noch eine tollen Blog entdeckt. Wieso ich hier noch nie war, ist mir gerade echt ein Rätsel.
    Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf unser nächstes Unverpackt-Date!
    Liebe Grüße,
    Natalie

    1. Liebe Natalie!

      Ich danke dir ganz herzlich, das freut mich riesig – und natürlich auch, dass du gleich noch eine schöne Anlaufstelle für noch mehr Lektüre gefunden hast! Hier lohnt es sich wirklich, sich genauer umzuschauen – ich schaue auch regelmäßig vorbei und sauge alles Neue mit den Augen auf. 😉

      Auf das nächste Unverpackt-Einkaufen freue ich mich ebenfalls sehr – werd‘ aber erst einmal wieder gesund, das ist das Wichtigste! 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

  2. Hallo liebe Jenni,

    sehr schöner Artikel. Du hast davon gesprochen, dass die Bioplastikmüllbeutel auf der Mülldeponie landen. Das gilt aber nicht für Deutschland. In anderen Ländern wäre das möglich. In Deutschland müssen alle Abfälle seit 2005 vorbehandelt werden bevor überhaupt noch etwas auf der Deponie landet. Eigentlich nur noch mechanisch-biologisch vorbehandelter Restmüll oder Sonderabfall. Plastik wird häufig aussortiert und kommt in die MVA (Müllverbrennungsanlage) oder als Ersatzbrennstoff in Zementwerke. In großen Industriekompostierungsanlagen zersetzen sich die Tüten schon. Nur mindert diese die Qualität des Komposts, da Partikel an Kunststoff bleiben. Die Bioplastikmüllbeutel bestehen meist nur teilweise aus Bioplastik. Und ich denke, dass in Deutschland auch kaum etwas mit der Hand herausgefischt wird. Die Waste Picker in Schwellen- und Entwicklungsländern machen das aber schon per Hand.

    Liebe Grüße
    Anja

    1. Liebe Anja!

      Ich freue mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und danke dir für deine sachlichen Hinweise und deine ergänzenden Informationen! Ich habe diesbezüglich nicht detailliert ausgeführt und ein bisschen generalisierend formuliert, da es mir an dieser Stelle erst einmal wichtig war, auf das generelle Problem hinzuweisen. Dafür sind deine genaueren Ergänzungen aber auf jeden Fall wichtig! 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

  3. Ein toller Artikel! Ich lebe seit geraumer Zeit minimalistisch und habe im Zuge dieses Lebensstils auch meinen Plastikverbrauch (bzw. Müll allgemein) drastisch gesenkt. Ganz besonder toll finde ich, dass du auf den Punkt mit dem Bio-Plastik eingehst. Ich habe hierzu selbst kürzlich erst etwas geschrieben und bin komplett deiner Meinung. Das Ganze ist tatsächlich nichts anderes, als Verbrauchertäuschung. Umso besser, dass du dich für den Plastikfreien Lifestyle einsetzt. Immer weiter so!
    Liebe Grüße
    Moni von http://www.dilavskitchen.de & http://www.minime.life

    1. Liebe Moni!

      Ich danke dir für deinen lieben Kommentar und freue mich, zu lesen, dass du auch auf deinen Müll- und Plastikverbrauch so sehr achtest. Ich glaube, das ist eine unglaublich wichtige Sache – für unserer aller Zukunft. Und wenn ich bedenke, welche einfachen, kleinen Stellschrauben man nur drehen muss, damit man selbst effektiv etwas ändern kann, dann denke ich, sollten wir alle unseren Konsum dahingehend überdenken.
      Bei dir schaue ich übrigens auch immer wieder gerne vorbei und werde mich gleich einmal zu dem von dir erwähnten Artikel klicken. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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